Seda Arslans Eindrücke von Java, Indonesien.Eine Reise durch Java 
Durch unberührte Landschaften, überfüllte Städte bis zu aktiven Vulkanen, hat Java so einiges zu bieten.
Von Jakarta ging die eigentliche Reise durch Java los. Jakarta diente nur zum Zweck des Ankommens. Geld wechseln, eine Sim-Karte besorgen, einen kurzen Spaziergang und erste indonesische Eindrücke sammeln.
Java ist die bevölkerungsreichste Insel Indonesiens. Nicht zuletzt hat die Hauptstadt Jakarta dazu beigetragen, dass sich viele Indonesier in Java angesiedelt haben. Die Mehrheit der Insel sind Muslime. Hinduisten und Christen sind die Minderheit. Auch wenn es überwiegend Moscheen gibt, kann man überall Tempel und Kirchen sehen. Java ist gleichzeitig auch die Insel, die bei Reisenden bekannt ist und kommt nach Bali auf die Liste der Reisenden gemeinsam mit Lombok und Sulawesi. Aber diese Reisenden zieht es seltener nach Zentraljava, geschweige denn nach West Java.
Sie alle gehen nach Ostjava und das hat auch einen guten Grund.
Aber zurück nach West Java, denn ich möchte nicht nur einen Teil der Insel sehen, sondern mehr als das. Also mache ich mich für 12 Tage auf die Reise durch Java, nachdem ich einen kurzen Eindruck in Jakarta aufgenommen habe.
Die Fahrt von Jakarta aus war viel einfacher als anfangs angenommen. Hätte ich gedacht, dass die Bahn so gut ausgebaut ist? Nein, auf keinen Fall. Ich hätte mit einem Bus gerechnet. Doch war die Bahn die beste Möglichkeit, durch die Insel zu reisen. Es gibt sogar für vereinzelte Strecken einen Highspeed-Zug. Man kann fast die ganze Insel mit der Bahn zurücklegen.
Da der Osten größtenteils eine Vulkanlandschaft ist, fahren die Züge nicht komplett durch. Doch das hat mich nicht gestört. Für meine Zwecke und die der anderen Reisenden reicht das völlig aus.
Zuerst niste ich mich in Bandung ein, eine Stadt in West Java, nicht weit weg von Jakarta. Eine Stadt, die für ihre koloniale Architektur, Vulkane, Erdbeer- und Teeplantagen bekannt ist. Mich zieht es aber nicht wirklich in die Stadt. Die Vulkanlandschaft ist etwas, was mich mehr interessiert.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Bandung ist ohne Zweifel der Kawah Putih, der weiße Kratersee. Vor Ort umgibt der Schwefelgeruch meine Nase und ich bin von der Landschaft zutiefst beeindruckt. Vulkane haben mich schon immer fasziniert, wie sie die Energie der Erde auf sich nehmen, wie sie brodeln und ihre Energie rauslassen. In Hawaii habe ich den aktiven Kilauea Lava speien gesehen. Dieser Anblick begleitet mich stets bei jedem weiteren Blick auf einen Vulkan.Indonesien hat mehr als genug Vulkane. Und jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte.
Indonesische Städte sind nicht besonders schön. Daher kann man nicht davon ausgehen, dass man mal eine Sightseeingtour in einer indonesischen Stadt macht. Das ist schlicht nicht wirklich möglich. Es gibt lediglich ein paar Häuser, die nennenswert wären. So wie in Jakarta. Bandung ist daher nicht wirklich eine schöne Stadt. Kann ich mit nur einmal drüber schlendern bestätigen. Aber die Basis zum Bleiben ist nun mal die Stadt und das ist auch ok so.

Da die Zugfahrten sehr komfortabel sind, fahre ich mit dem Zug weiter nach Yogyakarta, nach Zentral-Java. Ein Ort, der touristisch mehr zu bieten hat als Bandung oder Jakarta.
Yogyakarta ist einer von zwei Orten in Indonesien, in der noch das Sultanat besteht. Es ist mit Kutei auf Borneo eine Sonderzone, in der die Region Teil von Indonesien ist, aber vom Sultan regiert wird.
Während des indonesischen Unabhängigkeitskrieges hat der damalige Sultan sein Reich zu einem Teil Indonesiens erklärt und erhielt dafür die lebenslange Regentschaft der Region, die wie ein Gouverneur der Provinz gilt.
Yogyakarta gilt als kulturelles und geschichtliches Zentrum von Java, da viele Bauten aus historischer Zeit bestehen und dort teilweise einige Einheimische in der traditionellen Lebensweise leben. Mit der Palastanlage im Zentrum und den Tempelanlagen drumherum, ist Yogyakarta UNESCO Weltkulturerbe.

Von diesen Tempelanlagen habe ich eine besucht, den Borobudur Tempel, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die Pyramide ist von kolossaler Größe und nicht mit bloßem Auge abschätzbar und erstreckt sich über mehrere Stockwerke mit einer großen Stupa an der höchsten Etage. Jedes Stockwerk ist mit unzähligen Buddha-Statuen geschmückt, von denen leider nicht alle überlebt haben.
Die Tempelanlage wurde vermutlich zwischen 750-850 erbaut und ist somit älter als der Angkor Wat in Kambodscha. Nach dem 11. Jahrhundert wurde die Tempelanlage in Vergessenheit geraten, nach der Machtverlagerung nach Osten, vielleicht auch weil der Ausbruch des nahegelegenen Vulkans Merapi auch etwas mitverantwortlich ist. Jedenfalls wurde die Tempelanlage unter Asche und der Vegetation begraben, bis sie 1814 wiederentdeckt wurde.

Die quadratische Pyramide ist von allen 4 Seiten über Stufen begehbar, in der es steil nach oben geht. Die höchste Stufe, in der sich die Stupa befindet, ist für Besucher nicht gestattet zu betreten. Von den neun Stufen kann man somit bis zur achten Stufe hochlaufen. Die Reliefs an den Seitenwänden und die ganzen Statuen auf den einzelnen Stufen sind äußerst beeindruckend. Da es tatsächlich wie Angkor Wat aussieht (oder Angkor Wat sieht wie Borobudur aus), habe ich mir gedacht, ob nicht irgendjemand zu seiner Zeit den Borobudur gesehen hat und beschlossen hat einen ähnlichen Tempel in Kambodscha zu bauen. Wilde Gedanken, aber doch möglich.
Jedenfalls war der Besuch dort sehr gut, auch wenn die Massen an Touristen etwas zu viel waren (ich weiß, ich bin doch auch einer von diesen Touristen), aber die Regelung könnte etwas besser strukturiert sein.
Da ich genug Tempelanlagen gesehen habe, habe ich beschlossen, den anderen Tempel der Region, Prambanan, nicht zu besuchen. Vor allem da der Preis viel zu hoch war und ich mit Borobudur doch recht gut bedient war.
Yogyakarta hat natürlich noch eine Palastanlage zu bieten, die leider geschlossen war, als ich hin wollte. Somit konnte ich das nicht besuchen, aber dafür konnte ich in den Taman Sari, den ehemaligen Wasserpalast des Sultans, der ihm als Lustschloss diente. Nicht besonders spektakulär ehrlich gesagt, aber einen Besuch abzustatten war in Ordnung.
So ging ich mit dem Zug weiter Richtung Osten in die Stadt Malang, den Ausgangspunkt des Highlights von Java. Denn Malang befindet sich in der Nähe des Vulkanmassivs Bromo und Semeru. Semeru ist nämlich mit 3676 m der höchste Berg Javas und beide Vulkane sind aktiv. Erst kürzlich, Mitte November 2025, ist der Semeru nach 3 Jahren wieder ausgebrochen.
Aufgrund der Nähe des Vulkanmassivs, gibt es von Malang aus keine Züge in östlicher Richtung, da der gesamte Massiv quasi im Weg steht.
Aber zuvor gucke ich mir Malang an. Auch Malang ist eine gewöhnliche Stadt, hat aber als touristische Attraktion das farbige Dorf Jodipan zu bieten. Etwas rum zu schlendern und Fotos machen tut gut, auch wenn das das einzige ist, was man dort sehen kann.
Von dort habe ich eine Tour zu den umliegenden Attraktionen gebucht.

Der erste Stopp ist der Tumpak Sewu Wasserfall, der eigentlich aus mehreren Wasserfällen besteht. Es ist ca. 120 m hoch und ist sowohl von oben an einem Seitensteg, als auch von unten begehbar. Dabei finde ich aber die Drohnenaufnahmen von ganz oben viel spektakulärer da man den ganzen Wasserfall direkt sehen kann. Der Weg, der zum Wasserfall hinunter führt, ist nicht ganz ungefährlich. Da ich ausgerechnet an einem Sonntag hingegangen bin, waren auch sehr viele Leute vor Ort. Nicht nur Touristen, sondern auch sehr viele Einheimische die einen Ausflug zum Wasserfall gemacht haben. Bilder vor dem Wasserfall alleine zu bekommen hat daher ewig gedauert, aber es hat immerhin geklappt.

Der Vorteil eines Touranbieters ist, dass man sich nicht selbst um den Transport und um die Unterkunft kümmern muss. Daher war es gut für die weiteren Stopps nicht alles recherchieren zu müssen. Vom Wasserfall zur Unterkunft und von dort weiter zu meinem absoluten Highlight von Java. Der Tengger Caldera Vulkanmassiv mit Bromo, Batok und Semeru. So ein absoluter Traumort. Mit tausend Gebeten für klares Wetter ging ich ins Bett.
Die Abholung war sehr früh, denn alle Touren gingen zum Sonnenaufgang zum Aussichtspunkt. Es war kalt, sehr kalt. Vor allem daher, da es noch dunkel und sehr früh am Morgen war. Mit mehreren Schichten gepackt, stieg ich im Dunkeln zum Aussichtspunkt, um den Sonnenaufgang abzuwarten. Die Nacht war klar, daher war es so kalt.
Dann kamen die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein.
Und damit der erste Blick auf das Vulkanmassiv.
Ich habe viele unglaubliche Momente während meiner Weltreise erlebt. Aber dieser Moment war anders. Der Augenblick, in dem mein Blickfeld von der Schwärze der Dunkelheit umhüllt in die ersten Lichtstrahlen übergeht, war einfach magisch. Was für ein Moment!
Ich sehe mit eigenen Augen genau das, was ich zuvor auf so vielen Bildern von anderen gesehen habe. Und der Anblick ist wunderschön. Die perfekt geformten Vulkane, die Rauchwolken, die dem Bromo entsteigen, der Semeru, der dahinter thront. Ein Bild für die Ewigkeit.
Es gibt viele schöne Bilder, die ich gern in meinem Zimmer aufhängen würde. Dieses Vulkanmassiv gehört definitiv zu den Top 3.

Damit war die Tour nicht beendet. Wir gingen vom Aussichtspunkt runter zur Caldera, in die Nähe der Vulkane, besser gesagt in die Nähe des Batok, der mit Abstand schönste von allen dreien. Nach ein paar Bildern mit dem Jeep davor, sind wir weiter zum Fuße des Bromo. Denn man kann den Vulkan besteigen, um zum Krater hinauf zu gehen.
Genau das habe ich natürlich auch gemacht.
Das Geräusch, das vom Inneren des Kraters kam, war unglaublich. Als ob der Vulkan kommuniziert. Es raucht nicht nur, es gibt Laute von sich, um zu sagen, dass es noch da ist, dass es nicht schläft. Es ist auch ein überwältigendes Gefühl, am Krater eines aktiven Vulkans zu stehen, der jederzeit ausbrechen kann. Etwas mulmig und aufregend zugleich. Sofort würde es ja nicht ausbrechen. Angst hatte ich daher keineswegs.
Nach diesen eindrücklichen Momenten war es Zeit für den letzten Abschnitt der Tour in Ost-Java. Die Fahrt ging nach Banyuwangi, einer Stadt im äußersten Osten von Java, unmittelbar vor Bali. Denn da war ein weiterer Vulkan im Programm, der Ijen Vulkan Komplex.
Wenn ich sage dass Indonesien sehr viele Vulkane zu bieten hat, dann meine ich das auch so denn Indonesien hat etwa 129 Vulkane und ist somit einer der vulkanreichsten Länder der Welt.
Der Ijen Komplex hat einen eingeschlossenen Kratersee der als größter übersäuerte See der Welt gilt.
Die Tour ging schon kurz nach Mitternacht los. Die Wanderung zum Krater ist steil und anstrengend. Ausgerüstet mit einer Stirnlampe und weiteren Hunderten von anderen Touristen, haben wir uns als kleine Gruppe auf den Weg gemacht. Es war sehr anstrengend. Oben am Krater angekommen, war dann noch der Abstieg dran.
Eine andere Besonderheit, die der Ijen bietet, ist das sogenannte 'Blaue Feuer', das gleichzeitig sehr beliebt ist. Ein entzündetes Schwefelgas, das aus den Rissen hervorkommt und blau-lila aufflammt und nur bei Dunkelheit sichtbar ist. Natürlich mit einer Gasmaske ausgestattet, denn Schwefelgase können sonst gefährlich für Augen und Lunge sein. Das war aber nicht wirklich eine spaßige Angelegenheit, das muss ich sagen. Denn auch durch die Maske hat es sehr gebrannt.
Der Abstieg war viel anstrengender als der bisherige Weg, dabei auch noch eng und sehr felsig. Bergarbeiter kamen auch entgegen, denn sie mussten unter diesen extrem schweren Bedingungen arbeiten und Schwefel abtragen. Der Anblick des natürlichen Feuers war magisch, das muss ich zugeben. Sowas kommt nicht oft vor und ist selten auf der Welt zu sehen. Doch trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das diese extreme Anstrengung denn wirklich wert war.
Dann haben wir uns auf den Weg nach oben zum Krater gemacht. Auch hier kam mit den ersten Strahlen der Kratersee zum Vorschein. Was für ein Anblick. Die Farbe des Sees, der Schwefelrauch das aus dem Vulkaninneren seinen Weg rausfindet und der Anblick der Vulkanlandschaft drumherum war absolut faszinierend.
Für mich persönlich war aber der Bromo viel magischer, dessen Anblick mir in den Hirn eingebrannt ist und ich davon gar nicht loskomme. So sehr hat mich der Anblick hypnotisiert. Der Ijen Kratersee hingegen ist nicht immer zugänglich. Je nach Wetterlage sind der Anstieg zum Krater, der Abstieg zum blauen Feuer und die Umgebung am
Kraterrand, um den Kratersee zu sehen, gefährlich. Als ich am oberen Kraterrand stand und den Kratersee bewunderte, haben sich die Wolken zugezogen und es hat angefangen in Strömen zu regnen. Der Rückweg war durch den strömenden Regen mehr als anstrengend. Die Sterne waren an diesem Tag nicht auf meiner Seite, denke ich. Ich war komplett durchnässt und mein Rucksack ebenfalls.
Auch wenn der Tag etwas beschwerlich war, war ich so glücklich, diese Momente erlebt und dieses schöne Fleckchen der Welt gesehen zu haben. Die Tour an sich ist etwas, was die meisten Touristen unternehmen. Sie bereisen nur den Osten von Java und gucken sich den Rest der Insel nicht an.
Für mich hat es sich absolut gelohnt. Die Menschen in Java sind sehr zuvorkommend, sehr freundlich und fröhlich. Die Landschaft ist atemberaubend und divers. Das hätte ich nicht missen wollen.

Durch unberührte Landschaften, überfüllte Städte bis zu aktiven Vulkanen, hat Java so einiges zu bieten.
Von Jakarta ging die eigentliche Reise durch Java los. Jakarta diente nur zum Zweck des Ankommens. Geld wechseln, eine Sim-Karte besorgen, einen kurzen Spaziergang und erste indonesische Eindrücke sammeln.
Java ist die bevölkerungsreichste Insel Indonesiens. Nicht zuletzt hat die Hauptstadt Jakarta dazu beigetragen, dass sich viele Indonesier in Java angesiedelt haben. Die Mehrheit der Insel sind Muslime. Hinduisten und Christen sind die Minderheit. Auch wenn es überwiegend Moscheen gibt, kann man überall Tempel und Kirchen sehen. Java ist gleichzeitig auch die Insel, die bei Reisenden bekannt ist und kommt nach Bali auf die Liste der Reisenden gemeinsam mit Lombok und Sulawesi. Aber diese Reisenden zieht es seltener nach Zentraljava, geschweige denn nach West Java.
Sie alle gehen nach Ostjava und das hat auch einen guten Grund.
Aber zurück nach West Java, denn ich möchte nicht nur einen Teil der Insel sehen, sondern mehr als das. Also mache ich mich für 12 Tage auf die Reise durch Java, nachdem ich einen kurzen Eindruck in Jakarta aufgenommen habe.
Die Fahrt von Jakarta aus war viel einfacher als anfangs angenommen. Hätte ich gedacht, dass die Bahn so gut ausgebaut ist? Nein, auf keinen Fall. Ich hätte mit einem Bus gerechnet. Doch war die Bahn die beste Möglichkeit, durch die Insel zu reisen. Es gibt sogar für vereinzelte Strecken einen Highspeed-Zug. Man kann fast die ganze Insel mit der Bahn zurücklegen.

Da der Osten größtenteils eine Vulkanlandschaft ist, fahren die Züge nicht komplett durch. Doch das hat mich nicht gestört. Für meine Zwecke und die der anderen Reisenden reicht das völlig aus.
Zuerst niste ich mich in Bandung ein, eine Stadt in West Java, nicht weit weg von Jakarta. Eine Stadt, die für ihre koloniale Architektur, Vulkane, Erdbeer- und Teeplantagen bekannt ist. Mich zieht es aber nicht wirklich in die Stadt. Die Vulkanlandschaft ist etwas, was mich mehr interessiert.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Bandung ist ohne Zweifel der Kawah Putih, der weiße Kratersee. Vor Ort umgibt der Schwefelgeruch meine Nase und ich bin von der Landschaft zutiefst beeindruckt. Vulkane haben mich schon immer fasziniert, wie sie die Energie der Erde auf sich nehmen, wie sie brodeln und ihre Energie rauslassen. In Hawaii habe ich den aktiven Kilauea Lava speien gesehen. Dieser Anblick begleitet mich stets bei jedem weiteren Blick auf einen Vulkan.Indonesien hat mehr als genug Vulkane. Und jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte.Indonesische Städte sind nicht besonders schön. Daher kann man nicht davon ausgehen, dass man mal eine Sightseeingtour in einer indonesischen Stadt macht. Das ist schlicht nicht wirklich möglich. Es gibt lediglich ein paar Häuser, die nennenswert wären. So wie in Jakarta. Bandung ist daher nicht wirklich eine schöne Stadt. Kann ich mit nur einmal drüber schlendern bestätigen. Aber die Basis zum Bleiben ist nun mal die Stadt und das ist auch ok so.

Da die Zugfahrten sehr komfortabel sind, fahre ich mit dem Zug weiter nach Yogyakarta, nach Zentral-Java. Ein Ort, der touristisch mehr zu bieten hat als Bandung oder Jakarta.
Yogyakarta ist einer von zwei Orten in Indonesien, in der noch das Sultanat besteht. Es ist mit Kutei auf Borneo eine Sonderzone, in der die Region Teil von Indonesien ist, aber vom Sultan regiert wird.
Während des indonesischen Unabhängigkeitskrieges hat der damalige Sultan sein Reich zu einem Teil Indonesiens erklärt und erhielt dafür die lebenslange Regentschaft der Region, die wie ein Gouverneur der Provinz gilt.
Yogyakarta gilt als kulturelles und geschichtliches Zentrum von Java, da viele Bauten aus historischer Zeit bestehen und dort teilweise einige Einheimische in der traditionellen Lebensweise leben. Mit der Palastanlage im Zentrum und den Tempelanlagen drumherum, ist Yogyakarta UNESCO Weltkulturerbe.

Von diesen Tempelanlagen habe ich eine besucht, den Borobudur Tempel, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die Pyramide ist von kolossaler Größe und nicht mit bloßem Auge abschätzbar und erstreckt sich über mehrere Stockwerke mit einer großen Stupa an der höchsten Etage. Jedes Stockwerk ist mit unzähligen Buddha-Statuen geschmückt, von denen leider nicht alle überlebt haben.
Die Tempelanlage wurde vermutlich zwischen 750-850 erbaut und ist somit älter als der Angkor Wat in Kambodscha. Nach dem 11. Jahrhundert wurde die Tempelanlage in Vergessenheit geraten, nach der Machtverlagerung nach Osten, vielleicht auch weil der Ausbruch des nahegelegenen Vulkans Merapi auch etwas mitverantwortlich ist. Jedenfalls wurde die Tempelanlage unter Asche und der Vegetation begraben, bis sie 1814 wiederentdeckt wurde.

Die quadratische Pyramide ist von allen 4 Seiten über Stufen begehbar, in der es steil nach oben geht. Die höchste Stufe, in der sich die Stupa befindet, ist für Besucher nicht gestattet zu betreten. Von den neun Stufen kann man somit bis zur achten Stufe hochlaufen. Die Reliefs an den Seitenwänden und die ganzen Statuen auf den einzelnen Stufen sind äußerst beeindruckend. Da es tatsächlich wie Angkor Wat aussieht (oder Angkor Wat sieht wie Borobudur aus), habe ich mir gedacht, ob nicht irgendjemand zu seiner Zeit den Borobudur gesehen hat und beschlossen hat einen ähnlichen Tempel in Kambodscha zu bauen. Wilde Gedanken, aber doch möglich.
Jedenfalls war der Besuch dort sehr gut, auch wenn die Massen an Touristen etwas zu viel waren (ich weiß, ich bin doch auch einer von diesen Touristen), aber die Regelung könnte etwas besser strukturiert sein.
Da ich genug Tempelanlagen gesehen habe, habe ich beschlossen, den anderen Tempel der Region, Prambanan, nicht zu besuchen. Vor allem da der Preis viel zu hoch war und ich mit Borobudur doch recht gut bedient war.
Yogyakarta hat natürlich noch eine Palastanlage zu bieten, die leider geschlossen war, als ich hin wollte. Somit konnte ich das nicht besuchen, aber dafür konnte ich in den Taman Sari, den ehemaligen Wasserpalast des Sultans, der ihm als Lustschloss diente. Nicht besonders spektakulär ehrlich gesagt, aber einen Besuch abzustatten war in Ordnung.
So ging ich mit dem Zug weiter Richtung Osten in die Stadt Malang, den Ausgangspunkt des Highlights von Java. Denn Malang befindet sich in der Nähe des Vulkanmassivs Bromo und Semeru. Semeru ist nämlich mit 3676 m der höchste Berg Javas und beide Vulkane sind aktiv. Erst kürzlich, Mitte November 2025, ist der Semeru nach 3 Jahren wieder ausgebrochen.
Aufgrund der Nähe des Vulkanmassivs, gibt es von Malang aus keine Züge in östlicher Richtung, da der gesamte Massiv quasi im Weg steht.
Aber zuvor gucke ich mir Malang an. Auch Malang ist eine gewöhnliche Stadt, hat aber als touristische Attraktion das farbige Dorf Jodipan zu bieten. Etwas rum zu schlendern und Fotos machen tut gut, auch wenn das das einzige ist, was man dort sehen kann.
Von dort habe ich eine Tour zu den umliegenden Attraktionen gebucht.

Der erste Stopp ist der Tumpak Sewu Wasserfall, der eigentlich aus mehreren Wasserfällen besteht. Es ist ca. 120 m hoch und ist sowohl von oben an einem Seitensteg, als auch von unten begehbar. Dabei finde ich aber die Drohnenaufnahmen von ganz oben viel spektakulärer da man den ganzen Wasserfall direkt sehen kann. Der Weg, der zum Wasserfall hinunter führt, ist nicht ganz ungefährlich. Da ich ausgerechnet an einem Sonntag hingegangen bin, waren auch sehr viele Leute vor Ort. Nicht nur Touristen, sondern auch sehr viele Einheimische die einen Ausflug zum Wasserfall gemacht haben. Bilder vor dem Wasserfall alleine zu bekommen hat daher ewig gedauert, aber es hat immerhin geklappt.

Der Vorteil eines Touranbieters ist, dass man sich nicht selbst um den Transport und um die Unterkunft kümmern muss. Daher war es gut für die weiteren Stopps nicht alles recherchieren zu müssen. Vom Wasserfall zur Unterkunft und von dort weiter zu meinem absoluten Highlight von Java. Der Tengger Caldera Vulkanmassiv mit Bromo, Batok und Semeru. So ein absoluter Traumort. Mit tausend Gebeten für klares Wetter ging ich ins Bett.
Die Abholung war sehr früh, denn alle Touren gingen zum Sonnenaufgang zum Aussichtspunkt. Es war kalt, sehr kalt. Vor allem daher, da es noch dunkel und sehr früh am Morgen war. Mit mehreren Schichten gepackt, stieg ich im Dunkeln zum Aussichtspunkt, um den Sonnenaufgang abzuwarten. Die Nacht war klar, daher war es so kalt.
Dann kamen die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein.
Und damit der erste Blick auf das Vulkanmassiv.
Ich habe viele unglaubliche Momente während meiner Weltreise erlebt. Aber dieser Moment war anders. Der Augenblick, in dem mein Blickfeld von der Schwärze der Dunkelheit umhüllt in die ersten Lichtstrahlen übergeht, war einfach magisch. Was für ein Moment!
Ich sehe mit eigenen Augen genau das, was ich zuvor auf so vielen Bildern von anderen gesehen habe. Und der Anblick ist wunderschön. Die perfekt geformten Vulkane, die Rauchwolken, die dem Bromo entsteigen, der Semeru, der dahinter thront. Ein Bild für die Ewigkeit.
Es gibt viele schöne Bilder, die ich gern in meinem Zimmer aufhängen würde. Dieses Vulkanmassiv gehört definitiv zu den Top 3.

Damit war die Tour nicht beendet. Wir gingen vom Aussichtspunkt runter zur Caldera, in die Nähe der Vulkane, besser gesagt in die Nähe des Batok, der mit Abstand schönste von allen dreien. Nach ein paar Bildern mit dem Jeep davor, sind wir weiter zum Fuße des Bromo. Denn man kann den Vulkan besteigen, um zum Krater hinauf zu gehen.
Genau das habe ich natürlich auch gemacht.
Das Geräusch, das vom Inneren des Kraters kam, war unglaublich. Als ob der Vulkan kommuniziert. Es raucht nicht nur, es gibt Laute von sich, um zu sagen, dass es noch da ist, dass es nicht schläft. Es ist auch ein überwältigendes Gefühl, am Krater eines aktiven Vulkans zu stehen, der jederzeit ausbrechen kann. Etwas mulmig und aufregend zugleich. Sofort würde es ja nicht ausbrechen. Angst hatte ich daher keineswegs.Nach diesen eindrücklichen Momenten war es Zeit für den letzten Abschnitt der Tour in Ost-Java. Die Fahrt ging nach Banyuwangi, einer Stadt im äußersten Osten von Java, unmittelbar vor Bali. Denn da war ein weiterer Vulkan im Programm, der Ijen Vulkan Komplex.
Wenn ich sage dass Indonesien sehr viele Vulkane zu bieten hat, dann meine ich das auch so denn Indonesien hat etwa 129 Vulkane und ist somit einer der vulkanreichsten Länder der Welt.

Der Ijen Komplex hat einen eingeschlossenen Kratersee der als größter übersäuerte See der Welt gilt.
Die Tour ging schon kurz nach Mitternacht los. Die Wanderung zum Krater ist steil und anstrengend. Ausgerüstet mit einer Stirnlampe und weiteren Hunderten von anderen Touristen, haben wir uns als kleine Gruppe auf den Weg gemacht. Es war sehr anstrengend. Oben am Krater angekommen, war dann noch der Abstieg dran.
Eine andere Besonderheit, die der Ijen bietet, ist das sogenannte 'Blaue Feuer', das gleichzeitig sehr beliebt ist. Ein entzündetes Schwefelgas, das aus den Rissen hervorkommt und blau-lila aufflammt und nur bei Dunkelheit sichtbar ist. Natürlich mit einer Gasmaske ausgestattet, denn Schwefelgase können sonst gefährlich für Augen und Lunge sein. Das war aber nicht wirklich eine spaßige Angelegenheit, das muss ich sagen. Denn auch durch die Maske hat es sehr gebrannt.

Der Abstieg war viel anstrengender als der bisherige Weg, dabei auch noch eng und sehr felsig. Bergarbeiter kamen auch entgegen, denn sie mussten unter diesen extrem schweren Bedingungen arbeiten und Schwefel abtragen. Der Anblick des natürlichen Feuers war magisch, das muss ich zugeben. Sowas kommt nicht oft vor und ist selten auf der Welt zu sehen. Doch trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob das diese extreme Anstrengung denn wirklich wert war.
Dann haben wir uns auf den Weg nach oben zum Krater gemacht. Auch hier kam mit den ersten Strahlen der Kratersee zum Vorschein. Was für ein Anblick. Die Farbe des Sees, der Schwefelrauch das aus dem Vulkaninneren seinen Weg rausfindet und der Anblick der Vulkanlandschaft drumherum war absolut faszinierend.
Für mich persönlich war aber der Bromo viel magischer, dessen Anblick mir in den Hirn eingebrannt ist und ich davon gar nicht loskomme. So sehr hat mich der Anblick hypnotisiert. Der Ijen Kratersee hingegen ist nicht immer zugänglich. Je nach Wetterlage sind der Anstieg zum Krater, der Abstieg zum blauen Feuer und die Umgebung am
Kraterrand, um den Kratersee zu sehen, gefährlich. Als ich am oberen Kraterrand stand und den Kratersee bewunderte, haben sich die Wolken zugezogen und es hat angefangen in Strömen zu regnen. Der Rückweg war durch den strömenden Regen mehr als anstrengend. Die Sterne waren an diesem Tag nicht auf meiner Seite, denke ich. Ich war komplett durchnässt und mein Rucksack ebenfalls.Auch wenn der Tag etwas beschwerlich war, war ich so glücklich, diese Momente erlebt und dieses schöne Fleckchen der Welt gesehen zu haben. Die Tour an sich ist etwas, was die meisten Touristen unternehmen. Sie bereisen nur den Osten von Java und gucken sich den Rest der Insel nicht an.
Für mich hat es sich absolut gelohnt. Die Menschen in Java sind sehr zuvorkommend, sehr freundlich und fröhlich. Die Landschaft ist atemberaubend und divers. Das hätte ich nicht missen wollen.
















